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Postkartenwetter, Regentage – wie Erwartungen reisen

  • Özlem
  • 1. Aug. 2025
  • 2 Min. Lesezeit

crayeux-sur-mer plage Brighton
CAYEUX-SUR-MER / BRIGHTON

Manchmal sehnt man sich einfach nach Sonne.

Für das perfekte Foto. Für gute Laune. Für diesen Moment, der im Herzen hängen bleibt.

Postkartenwetter – mit weichem Licht, das jede Landschaft verzaubert und alles leichter wirken lässt.


Doch was, wenn es regnet?


Wenn der Himmel grau wird, die Straßen glänzen vor Nässe und die Kamera in der Tasche bleibt?

Dann beginnt eine andere Art zu sehen. Eine, die nicht durch Sonnenstrahlen leuchtet, sondern durch Stille, durch Tiefe.

Denn der Regen verwischt nicht nur Farben – sondern auch Erwartungen.


Wir leben in einer Welt, in der alles glattgebügelt wirkt.

Erlebnisse, Orte, Gesichter – präsentiert im besten Licht. Fehlerfrei. Gefiltert.

Doch sind es nicht gerade die kleinen Makel, die Geschichten erzählen?


Die krumme Gasse, die schiefe Tür, der wolkenverhangene Himmel – sie machen einen Ort besonders.

Unperfekt. Lebendig.


Regenwetter lädt uns ein, langsamer zu werden.

Genauer hinzusehen.

Denn oft liegt das Berührende nicht im Offensichtlichen, sondern im Dazwischen.

In den fallenden Tropfen.

Im Nebel.

In der sanften Melancholie eines grauen Tages.


Vielleicht sollten wir öfter reisen wie Kinder.

Neugierig. Unvoreingenommen.

Ohne den Drang, alles festzuhalten oder schöner zu machen, als es ist.


Und vielleicht sind es gerade die Regentage, die uns daran erinnern,

wie warm ein Lächeln sein kann.

Wie wohltuend ein kuscheliger Pullover.

Wie kostbar eine Tasse Tee.


Manchmal sitzt man an solch einem Nachmittag im Wohnmobil,

blickt hinaus auf den nassen Horizont und hört den Regen sanft aufs Dach trommeln.

Die geplante Wanderung fällt aus.

Das WLAN ist quälend langsam – oder bleibt bewusst aus.

Stattdessen: Zeit.


Zeit, dem Rauschen zu lauschen.

Die Landschaft still zu betrachten.

Den Geschmack des Tees wirklich zu schmecken.


Diese unfreiwillige Entschleunigung macht etwas mit uns.

Sie schenkt uns Aufmerksamkeit.

Sie schenkt uns Ruhe.


Der Duft von frisch gebrühtem Tee erfüllt den kleinen Raum.

Der Hund schläft zufrieden zu unseren Füßen.


Hier, genau jetzt, ist alles da.


Keine perfekte Kulisse. Kein blendendes Licht.

Aber Geborgenheit. Wärme. Und das Leben – ganz nah.


Wenn ihr mögt, erzählt uns: Was sind eure stillen, besonderen Momente unterwegs?

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glückliches Ehepaar

Über uns

Wir sind zwei Menschen, ein Hund und ein Gefühl.

Ein Gefühl, das irgendwann zu laut wurde, um es zu ignorieren.  Mit dem Wunsch, das Leben nicht länger aufzuschieben – sondern es wirklich zu leben.

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